Operation Solidarity – Putin, Fuck off!

 

Ahoi,

vermutlich wird es den meisten von euch ähnlich gehen: eine gewisse Schockstarre, Wut und Ohnmacht und Unsicherheit angesichts des russischen Angriffes auf die Ukraine. Uns geht es ähnlich, aber größtenteils sind wir auch damit ausgelastet unsere Freund*innen in der Ukraine zu unterstützen.

Um die Ohnmacht zu überwinden, hilft es aktiv zu werden – teilt die Analysen russischer und ukrainischer Anarchist*innen digital und auf den Straßen, macht Aktionen und sammelt Soli-Geld.

Die Informationslage ist momentan etwas diffus, daher haben wir hier der Einfachheit 3 Hauptquellen gesammelt, von denen ihr mit ein paar Klicks auch zu allen anderen relevanten Seiten kommt:

 

Aber statt eigener Worte zu der Lage zu finden, wollen wir unsere bescheidene Plattform den ukrainischen und russischen Anarchist*innen geben:

Link zum artikel

Einige ukrainische Anarchist*innen schrieben kurz vor Kriegsausbruch in einer sehr empfehlenswerten Analyse:

»Vor etwa zehn Jahren wäre die Vorstellung eines ausgewachsenen Krieges in Europa absurd gewesen, denn die säkularen europäischen Staaten des 21. Jahrhunderts versuchen, ihren ›Humanismus‹ zu betonen und ihre Verbrechen zu verschleiern. Wenn sie sich an militärischen Operationen beteiligen, tun sie dies irgendwo weit weg von Europa. […]

Alles in allem ist die Wahrscheinlichkeit eines ausgewachsenen Krieges hoch und in diesem Jahr etwas höher als im letzten Jahr. Selbst die schärfsten Analyst*innen dürften kaum in der Lage sein, den genauen Zeitpunkt des Kriegsbeginns vorherzusagen. Vielleicht würde eine Revolution in Russland die Spannungen in der Region abbauen, aber wie wir weiter oben in diesem Artikel geschrieben haben, ist die Protestbewegung dort erstickt worden.

Die Anarchist*innen in der Ukraine, in Belarus und in Russland unterstützen meist direkt oder implizit die ukrainische Unabhängigkeit. Das liegt daran, dass die Ukraine trotz aller nationalen Stimmungsmache, Korruption und einer großen Zahl Nazis im Vergleich zu Russland und den von ihm kontrollierten Ländern wie eine Insel der Freiheit wirkt. Dieses Land bewahrt solche im post-sowjetischen Raum ›einzigartigen Phänomene‹ wie die Abwählbarkeit des Präsidenten, ein Parlament, das mehr als nur nominelle Macht hat, und das Recht, sich friedlich zu versammeln; in einigen Fällen, wenn die Öffentlichkeit gerade darauf achtet, funktionieren die Gerichte manchmal sogar gemäß ihrem erklärten Protokoll. Zu sagen, dass dies besser ist als die Situation in Russland, ist nichts Neues. Wie Bakunin schrieb: »Wir sind fest davon überzeugt, dass die unvollkommenste Republik tausendmal besser ist als die aufgeklärteste Monarchie.« […]

Ist es sinnvoll, im Falle einer Invasion gegen die russischen Truppen zu kämpfen? Wir glauben, dass die Antwort darauf Ja lautet. Zu den Optionen, die ukrainische Anarchist*innen derzeit in Betracht ziehen, gehören der Beitritt zu den Streitkräften der Ukraine, die Beteiligung an der Territorialverteidigung, der Aufbau von Guerilla Einheiten und die Bereitstellung von zivilen Freiwilligen.«

 

Kiew nach dem Ausbruch des Krieges

Einige russische Anarchist*innen schrieben nach Ausbruch des Krieges in einem Statement:

»Deshalb fordern wir alle, die dies lesen und nicht gefühllos sind, auf, sich mit der ukrainischen Bevölkerung (nicht mit dem Staat!!!) zu solidarisieren und ihren Kampf für Freiheit gegen Putins Tyrannei zu unterstützen.

Wir leben in einer historischen Zeit.

Lasst uns dafür sorgen, dass diese historischen Ereignisse nicht beschämend sein werden, sondern, dass wir stolz darauf sein können.
Freiheit für die Menschen in der Welt!

Frieden für die Menschen in der Ukraine! Nein zu Putins Aggression! Nein zum Krieg!

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