Immer Pleite…

Ahoi,

im Oktober haben wir von einem Copyright-Shizzle berichtet, der nun so langsam ein Ende gefunden hat. Für alle, die nicht mitbekommen haben worum es geht und/oder die es bereits wieder vergessen haben:

»das Bild mit den spielenden Kindern auf einem Autowrack mit dem Schriftzug ›We want the whole fucking bakery‹. Seit spätestens Mitte der Achtziger Jahre ist es in ›der Szene‹ unterwegs, bekannt wurde es durch ein Werbeposter der ›radikal‹.

Ursprünglich stammt es allerdings von Wolfgang Krolow, einem Fotografen des Neuen Berliner Realismus, der in seiner Anfangsphase ebenfalls deutliche Szenebezüge hatte und auch beibehielt. Das wussten vermutlich die wenigsten, wir auch nicht – bis uns Anfang des Monats ein Brief einer Rechtsanwaltskanzlei erreichte. Diese vertrete die Erbin von Wolfgang Krolow und forderte nebst einer Unterlassungserklärung, auch einen Einblick in unsere Zahlen (um uns danach eine heftige Abmahnung schicken zu können).«

Seit dem ist viel passiert, es gab viele Soli-Bekundungen, Freund*innen hörten sich im Privaten um und auch die taz berichtete. Insbesondere ging aber viel Post zwischen unserem Anwalt und dem gegnerischen Anwalt Schaller hin und her. Ein zäher und für uns durchaus anstrengender Prozess.

Wir haben in dem Zug viel über Copyright, Zivilrecht und co gelernt – ersparen euch dieses langweilige Zeug an dieser Stelle lieber. Im Endeffekt lief es nun darauf hinaus, dass die Erbin auf ihre Forderungen verzichtet hat – ob dies Aufgrund von Einsicht oder öffentlichem Druck passierte, können wir nicht beurteilen, aber das ist vielleicht auch egal.
Wir müssen nun ›lediglich‹ die Anwaltskosten der Gegenseite (und na klar die unseres Anwaltes) zahlen, das sind aber immer noch einige tausend Euro, die uns ein großes Loch in unsere Finanzlage schlagen.

… niemals arm*

Zu unserer großen Freude haben befreundete Drucker*innen uns aber bereits mit hübschen Riso Postern, schmucken Präsentationspappen und großen Restposten-Kisten aus ihrer Siebdrucke versorgt mit denen wir einiges schon mal auffangen können. Auch kamen nach dem Artikel einige Soli-Bestellungen über die wir uns na klar riesig gefreut haben.
Also auch wenn uns die Kosten etwas aus dem bequemen, halbwegs sicheren, Finanzkonzept gerissen haben, sind wir mal wieder optimistisch, dass wir mit euch und unserer Crew da gut wieder raus kommen.

Was bleibt ist die Bestätigung unseres simplen Standpunktes, den wir schon im Oktober äußerten: es wäre für alle Beteiligten Seiten wesentlich vorteilhafter gewesen, wenn einfach direkt kommuniziert worden wäre. Ein entsprechendes Gesprächsangebot unsererseits lehnte die Erbin allerdings ab.

Genauso wie wir Copyright und Erbe ablehnen, sehen wir auch die prekäre Existenz unter denen Künstler*innen in dieser Gesellschaft leben müssen – und sind immer bereit, soweit es uns möglich ist, Künstler*innen zu supporten.

An dieser Stelle noch mal ein Dank an die kompetente und solidarische Hilfe an RA Alexander Hoffmann und alle, die sich auf allen möglichen anderen Ebenen solidarisch gezeigt haben.

Löve,
eure bm-crew.


Unsere letzte Radio-Show über die es ja auch viel Aufgregung gab, dieses mal sogar mit Video:

 

* Kobito – Niemals Arm