Polizei lol

+++ Die Stadt Stuttgart verlangt von uns ein Bußgeld in Höhe von 1578,50 für einen Aufkleber +++

 

Ahoi,

und regelmäßig grüßt das Polizeiproblem. Dieses Mal aus Stuttgart. Aber von vorne: im März bekamen wir einen Anruf auf unser BM Festnetz – im feinstem Schwäbisch stellte sich irgendein Cop der Polizei Stuttgart vor. Unser Kollege sagte also folglich einfach nichts mehr, was den eifrigen Beamten aber nicht vom Reden abhielt. 

Und so wurde ihm erklärt, dass wir ja sicherlich für diesen einen Aufkleber, der da in einem Bus ganz illegal kleben würde, verantwortlich wären. Vermutlich hätten wir diese Aktion auch mit ›dem Lilo Herrmann‹ koordiniert, wir würden ja eh alle unter einer Decke stecken. Irgendwann fiel ihm die Stille, oder womöglich auch das unterdrückte Lachen, unseres Kollegen auf und forderte ihn auf, dazu Stellung zu beziehen. Das Telefonat wurde darauf hin mit Verweis auf unseren Anwalt beendet. Soweit so lächerlich und doch leider auch normal. Unsere Fanpost-Box beinhaltet zahlreiche Briefe übereifriger Beamter, die uns für allen möglichen Scheiss verantwortlich machen wollen. Meist bleibt es bei aber eben jenen Einschüchterungsversuchen.

Nicht aber so in Stuttgart – hier wurde der Vorgang nun an das Ordnungsamt weitergeleitet. Dieses forderte nun vor einigen Wochen von unserem Kollegen schriftlich Stellung zu beziehen. In der Zwischenzeit wurde die Schote aber noch ein bisschen doller: er selber sei womöglich im März (mitten im Lockdown) nach Stuttgart gefahren und habe dort morgens um 07:50 Uhr dann diesen Aufkleber verteilt, damit der dann verklebt werden würde. Normaler Move, wer hat uns noch nicht morgens creepy in der Ecke stehend, mit einem Aufkleber in der Hand vor einer Bushaltestelle getroffen? Und auch wenn wir es nicht selber waren, seien wir dann doch zumindest dafür verantwortlich.

Beweise seien ein Foto und ein Polizeizeuge. Unser Kollege forderte darauf hin die Akte an – schließlich sind wir alle sehr gespannt auf das Foto. Statt Akte kam dann aber eine Aufforderung Bußgeld zu zahlen: und zwar 250€ für die ›Veranlassung als Verantwortlicher‹ des ›Anbringens von Werbeaufklebern‹ und 1328,50€ für die dadurch angeblich gesparten Werbekosten!

Bekommt der VFB Stuttgart eigentlich auch pro Vereinsaufkleber so eine Rechnung?

So lächerlich das ganze nun auch wirkt – und wir können wirklich auch viel drüber lachen, Humor ist schließlich auch eine Form des Umganges mit nervigen Ereignissen – es bleibt dennoch ein unverschämter Einschüchterungsversuch. Ähnlich wie bei #pimmelgate, zeigen solche Fälle doch eben an wie sicher sich Teile des Machtapparates fühlen und unliebsame Stimmen mundtot machen wollen. Dabei hätte die Polizei Stuttgart sicherlich so einiges aufzuholen was ihr eigenes #polizeiproblem betrifft. Da muss mensch eben Prioritäten setzen!

Nun ließen sich solche Vorfälle einfach als Rechtsruck der Behörden einordnen und es wäre fatal eben dies nicht zu tun. Das Problem ist aber nicht nur, dass sich die Behörden derart sicher fühlen um mit solchen absurden Vorwürfen gegen ihre Gegner*innen vorzugehen. Das Problem liegt strukturell in den Repressionsbehörden und nichts ist unrealistischer als zu hoffen, diese via Reformen zu etwas Besserem zu machen. Der ganze Apparat muss weg.

Wir haben nun jedenfalls unseren Anwalt eingeschaltet und werden euch auf unserem Blog und unseren social media Kanälen auf dem Laufenden halten.

 

Ganz BM hasst die Polizei!
eure bm-crew.