Wir sind nicht Volk, wir sind Klasse!

Ahoi,

auch wenn einige hier den Begriff Klasse durchaus kritisch sehen und nicht an »das eine wahre revolutionäre Subjekt« glauben, so glauben wir doch, dass gesellschaftliche Veränderung auf den Gemeinsamkeiten basiert, die wir durch die kapitalistische Verwertung erfahren. Wir würden dies eine geteilte Erfahrung der Prekarität nennen, die sich durchaus in Klassenkämpfen zeigen kann – aber eben auch in den Kämpfen der Ausgeschlossenen, der Entrechteten, der Unsichtbar-gemachten und der Wütenden. Im Endeffekt gilt als rote Linie doch immer die Frage wirkt ein Kampf befreiend oder bewirkt er das Gegenteil.

In diesem Sinne ist der wilde Streik in Bornheim, der von der FAU unterstützt wird ein hoffnungsvolles Signal für wirkmächtiges Handeln in Zeiten von Corona. Wir brauchen dringend mehr davon. Denn im Gegenteil zu dem ideologischen Wahn oder dem Wahn der Ideologie, der sich inzwischen nicht nur Samstags auf Hygiene-Demos sammelt, hat dieser Kampf neben dem praktischen Nutzen für die Arbeiter*innen vor Ort auch eine befreiende Perspektive zu bieten. Die einen gröhlen stumpf »wir sind das Volk«, die anderen sind halt Klasse.
Gerade wenn nun parallel von Milliarden für die Wirtschaft und gleichzeitiger Absenkung des Mindestlohnes diskutiert wird, ist dies als Klassenkampf von oben zu verstehen. Mitten in einer gesamtgesellschaftlichen Krise. Diesem unverfrorenem Angriff von oben – manche sprechen von einer »sozialen Kriegserklärung« – sollten wir uns organisiert entgegen stellen.
Ob in der Basisgewerkschaft, als Gegen-Demo gegen rechten Verschwörungsgläubigen oder für die Seenotrettung oder im Kampf für selbstbestimmte Räume, wir sehen genug Ansätze um aktiv zu werden.

In Hamburg gründen Freund:innen von uns einen eigenen Sportraum für Kampfsport. Das besondere daran: neben einem antifaschistischen Selbstverständnis ist das Tygar Trimiar Gym ausschließlich von und für FLINT*Personen gedacht. Um das ganze zu finanzieren wurde ein Crowdfunding gestartet, mehr Infos gibts hier.

Bei uns liefen die letzten Wochen ab und an mal ganz schön drunter und drüber: ein Schichtensystem um mit möglichst wenigen Leuten zeitgleich zu arbeiten, vollkommen überlastete Logistikunternehmen (und so total verspätete Lieferungen an uns) und allgemein viel zu tun haben uns doch ganz schön ins Schwitzen gebracht. Es lief dabei nicht immer ganz rund und manches dauerte länger, aber im großen und ganzen haben wir es ganz gut hinbekommen und inzwischen sind wir wohl auch halbwegs wieder »gerade vor«. Anstrengende Wochen waren es allemal, daher ein herzliches Dank an jene, die Geduld hatten und verständnisvoll reagierten, wenn mal etwas nicht so lief wie geplant. Wir freuen uns nach wie vor sehr darüber, dass momentan insbesondere an Büchern ein erhöhtes Interesse besteht.

 

Alles allen.
Eure bm-crew