Solidarisch gegen die Gesamtscheiße!

Ahoi,

alles wird teurer – das werden viele von euch gerade schon auf die ein oder andere Weise merken.
Glücklicherweise haben viele von uns – entweder als politisches Projekt oder als subkultureller Freund*innenkreis – Netzwerke, die auf gegenseitiger Hilfe und solidarischem Miteinander basieren. Hausprojekte, Kommunen, Freundschaften mit dem gemeinsamen Bewusstsein, dass es sich in und gegen diese Gesellschaft kollektiv und selbstorganisiert besser und schöner überleben lässt – und mit ein bisschen Glück kann auch schon ein bisschen die Utopie von morgen demonstriert werden, von der sich andere anstecken lassen können.

Die Praktiken, die dabei entwickelt wurden, werden zwar auch immer mehr vom neoliberalen Marktmechanismen übernommen – sie sind aber dennoch eine Weise, wie viele von uns relativ gut durch Krisen kommen. Und neben Varianten mit geteilten Ressourcen, containertem Essen, solidarischer Umverteilung untereinander gibt es ja auch noch Skills, die Einige haben, die nicht übernommen werden können. Es ist jedenfalls die Zeit solche solidarischen Netzwerken weiter auszubauen, sich zu verbinden und diese weiter auszubreiten!

Auch und gerade in der Auseinandersetzung mit der Bossin oder dem Amt, sollten wir solidarisch, gemeinsam und kollektiv handeln – sei es durch Gewerkschaften oder mit der Bezugsgruppe.
In weiteren Bereichen hat anarchistische und linke Theorie und Praxis – z. B. im Bereich Carework, Mieten & Wohnen – eigentlich einen Fundus an Antworten… also eigentlich viel zu bieten für die kommenden Kämpfe um steigende Preise. Es gilt dabei nun ›nur‹ noch in die Offensive zu kommen.

Nun aber zu unserem Teil: wie wir schon letztens einmal schrieben, wird auch bei uns alles teurer und auch wir Schluris mit unserer Kalkulation müssen uns anpassen.

Nun ist es soweit: wir mussten das Porto erhöhen. Nach vielen Jahren gleichbleibender Portopauschale deckt diese einfach nicht mehr unsere Kosten. Allerdings ist das Porto dadurch für euch auch teilweise günstiger geworden. Wir haben uns ein System überlegt, bei dem der Shop euch immer die günstigst-mögliche Variante vorschlägt, die für uns aber manchmal einfach zu wenig ist. Ausgleichen wollen wir das damit, dass ihr auch eine teurere Variante wählen könnt und damit uns ermöglicht, auch die günstigeren Varianten für Menschen ohne viel Geld weiterhin anzubieten. Richtig krass ist dann noch die Soli-Variante mit der ihr gleich mehrere günstige Sendungen ausgleicht. Als kleines Gimmick verschicken wir jede Sendung mit Soli-Spende mit Sendungsverfolgung, egal wie klein sie ist. So hoffen wir ein bisschen die steigenden Kosten solidarisch auszugleichen.
Dabei ist das ganze so angelegt, dass wir das gegenchecken und na klar kein Profit mit dem Porto machen. Wir sind gespannt, ob dieses Experiment klappen wird!

Solidarische Grüße
eure bm crew

 



»Kapitalismus ist nicht nur das, was während der Lohnarbeit passiert. Wir können auch im Rest unseres täglichen Lebens Widerstand leisten – unsere Viertel gegen Gentrifizierung verteidigen, gepfändete Häuser besetzen, Kreditgeber_innen bis zur Grenze ausnehmen und dann Privatbankrott erklären. Kollektive Widerstandsformen können in der Konsumption schwieriger sein als in der Produktion, aber sie sind möglich: Räume übernehmen und sie für öffentliche Events nutzen, massenhaft zu teuren Clubs gehen und sich den Eintritt ohne Bezahlung erzwingen, zum Supermarkt gehen und dasselbe beim Rausgehen machen. Je mehr unsere Existenz von Widerstand und nicht vom Gehorsam abhängt, desto heftiger werden wir kämpfen.«

 

CrimthInc.: Work. Kapitalismus – Wirtschaft – Widerstand.