Selbsorganisierte und horizontale Versorgung von Randgebieten nach dem Taifun mit Lebensmitteln und Kleidung

Unsere Freund:innen von den Phillippinen haben uns im November einen Bericht geschickt, was sie zu der Zeit so gemacht haben. Wir haben ihn hier auf deutsch übersetzt und wollen so einen kleinen Einblick geben was mit dem geld aus dem Verkauf unserer Soli-Shirts für die Freund:innen passiert. Weitere und aktuelle Infos findet ihr auf https://etnikobandidoinfoshop.wordpress.com/

Pandemien und Naturkatastrophen verdeutlichen nur die Ungleichheiten in der Gesellschaft. Als vier Taifune innerhalb von weniger als einem Monat den Archipel heimsuchten, verschlimmerten Überschwemmungen, Erdrutsche, Wasser- und Stromausfälle in den Provinzen die Pandemie noch. Die Klima- und Gesundheitskrisen lassen die Ärmsten in den armen Ländern an den unteren Rand der wirtschaftlichen Hierarchie fallen, während staatlich unterstützte Konzerne den Profit einstreichen.

Um sich solidarisch zu zeigen, organisierten sich Direct-Action-Gruppen in verschiedenen Provinzen und Städten wie Bicol und Cagayan, schickten Lebensmittel und Kleidung, stellten Solar-Techpacks auf und fuhren sogar per Anhalter in die vom Taifun betroffenen Gebiete.

Eine dieser Initiativen wurde in Barangay Nangka in Marikina City durchgeführt, einer städtischen Siedlung entlang des gefürchteten Marikina. Fast ein Jahrzehnt nach dem Taifun Ondoy, der Tausende von Menschenleben forderte, ist dieselbe Gemeinde trotz allgemein vebessertem Katastrophenschutz immer noch vollkommen ungeschützt. Einer der Freiwilligen, der in der Nähe der Gegend wohnt, erinnert sich an die Überschwemmung, die im zweiten Stock seines Hauses knietief war.

In Zusammenarbeit mit verschiedenen Food Not Bombs-Chaptern (aus Marikina, Cainta und Lucena), Infoshops und einzelnen Freiwilligen wurde am 22. November 2020 eine Lebensmittel- und Kleidersammelaktion erfolgreich durchgeführt. Die Aktion wurde in einer horizontalen, transparenten Art und Weise organisiert, ohne dass ein Leiter benötigt wurde. Hunderte von Kleidungsstücken wurden verteilt. Zwei Kessel heiße Suppe, zwei Riesenwoks Pansit und leckeres Laing und Reismehl wurden in mehreren Straßen in der Nähe des Flusses verteilt. Es gab auch andere Hilfsaktionen in der Gegend. Aber nach Aussage eines Anwohners machte sich keiner dieser Hilfstransporte die Mühe, in seine Gemeinde am Fluss zu gehen. Diese Gemeinschaft war das bewusste Ziel unserer Aktion. Mittagessen und Abendessen wurden mit Liebe serviert. Es wurden auch Flugblätter und Zines verteilt, um zu zeigen, wie ähnliche horizontale und transparente gegenseitige Hilfsaktivitäten von so gut wie jedem durchgeführt werden können, sei es von kleinen Gruppen oder Einzelpersonen, mit oder ohne Geld und Erlaubnis der Behörden. Für den Erfolg der Aktion möchten wir uns zunächst bei der Gemeinde in Balubad, Baranggay Nangka, bedanken, die uns in ihre Gemeinde gelassen hat. Wir danken auch all jenen, die geholfen haben, indem sie auf den Märkten um Lebensmittelspenden gebeten haben, die Kleidung von Freunden gesammelt haben, die geholfen haben, das Essen zuzubereiten und zu kochen, Freunde, die den Transport zur Verfügung gestellt haben, und diejenigen, die finanziell beigetragen haben. Wir können nur so viel tun; deshalb werden wir weitere Aktionen wie diese durchführen.