Tagebuch der Hölle

Jan Valentin ist bereits in frühren Jahren, in den Aufständen und Revolten nach dem ersten Weltkrieg, zur kommmunistischen Bewegung dazu gestoßen. Als Seefahrer wurde er schnell zu einem wichtigen Bindeglied der internationalen kommunistischen Bewegung. Besonders die frühen Jahre seiner Erzählung lesen sich wie eine romantische Abenteuergeschichte über Revolution, Ungehorsam, Meuterei und dem Drang nach Freiheit. Sie zeigen aber auch mit welchem beeindruckendem Ernst und welcher Opferbereitschaft die damalige Bewegung an der Weltrevolution arbeitete. Einiges lässt sich aus diesen Kapiteln lernen, auch und gerade für aktuelle soziale Bewegungen.

Aus dieser Ernsthaftigkeit, dem Willen eine (und nur eine!) starke, revolutionäre Bewegung unter Vorherrschaft der 'Kommunistischen Internationalen' aufzubauen wird aber auch schnell - zum einen durch den enormen Druck der Repression, besonders aber durch die Machtpolitik vieler Parteibonzen, – eine strikte Kaderorganisation in welcher nicht mehr revolutionäre Begeisterung, sondern 'Parteibefehl' und die Interessen der Sowjetunion der Tonangeber werden. Es wird einem auf gruselige Art verständlich wie ein integrer und anständiger Revolutionär wie der Autor sich dennoch weiterhin dieser Organisation unterordnet, obwohl im erste Zweifel kommen.
Mit der Machtergreifung Hitlers schwenkt seine Erzählung noch eine weitere Richtung ein, der Titel wird nun wirklich begreifbar.

Die Darstellung der Arbeit der Komintern, der GPU und allgemein der kommunistischen Bewegung zu der Zeit ist auf mehre Weisen aufschlussreich - es lässt sich eniges über konspirative Arbeit, das organisieren von Aufständen und Widerstand lernen. Besonders deutlich wird allerdings – und dies scheint angesichts des momentan (gefühlten) Trends des Wiederaufkeimens irgendwelcher roten Aufbaugruppen mit marxistisch-leninistischer Ideologie – das Scheitern und Fehlschlagen der leninistischen Ideologie und der autoritären Organisierung.