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Epectase #7

Epectase #7

Mega Unerhört – Adbustings mit Polizei und Militär

15,00 €
(inkl. MwSt.)
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01-009-210
Das zweite Buch vom Berlin Busters Social Club
Broschiert, Querformat, 196 S., vollfarbig illustriert.

Adbusting, das ist ein Kunstwort aus den englischen Begriffen „Advertising“ (Werbung) und „to bust“ (zerschlagen, sprengen, auffliegen lassen, veralbern). Damit beschreiben Street-Art-Künstlerinnen das politisch motivierte Verändern von Werbung. Tausende Beispiele von solchen Aktionen haben die Kommunikationsguerilla-Enthusiastinnen des Berlin Busters Social Club mittlerweile in ihren geheimen Archiven in den Tunneln tief unter der Hauptstadt gesammelt, kuratiert und manchmal ausgestellt oder als Buch veröffentlicht. Das Bewahren und Zeigen von Vergänglichem steht bei der Arbeit des Clubs im Vordergrund: „Adbustings sind ja doch ein recht flüchtiges Medium, das selten länger hält als eine Woche“, sagt Boris „Ad“ Buster, Mitglied des Clubs. Dazu stellt der Ex-Tennisstar klar: „Wir machen selber keine Aktionen, wir reden immer nur drüber.“

Das neue Buch
Der Berlin Busters Social Club verspricht Spektakuläres in der Ankündigung zum neu erscheinenden Buch „Mega Unerhört: Adbusting mit Polizei und Militär“: „Das Buch zeichnet mit vielen Hochglanz-Aktionsbildern nach, wie Adbustings ihren Weg vom Terrorabwehrzentrum und den DNA-Laboren der Polizei in vom Hauptstadtkulturfonds bezahlte Ausstellungen und Museen nahm“ erklärt Adbustian Bustewka, Comedian und Kühlschrankwart*in des Clubs. „Gab es 2018/19 noch Hausdurchsuchungen wegen Adbusting, so ist das Kapern von Werbevitrinen mit eignen Postern heute weitgehend entkriminalisiert.“

Entsetzen bei den Ordnungshüter*innen Das ist nicht unbemerkt geblieben: Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei dazu: „Kann nicht sein, dass das stärkste Mittel des Rechtsstaats gegen solche Perversion das Kunsturheberrecht ist.“ Und CDU-Generalsekretär Stefan Evers empörte sich gegenüber der Hauptstadtpresse: „Solche linksradikalen Aktionen zur Kunstform zu erklären, finde ich einfach irre.“ Die Geschichten und Mythen, wie es der Berliner Kommunikationsguerilla-Szene mit einer ungewöhnlichen Mischung aus rotzfrecher Öffentlichkeitsarbeit, parlamentarischen Anfragen und wilden Aktionen gelang, trotz Hausdurchsuchungen, Terrorabwehrzentrum und DNA-Analysen Adbusting weitgehend zu entkriminalisieren, bilden den Hauptteil des Buches.

Historische Forschungen Dank Material aus dem Bundesarchiv in Koblenz, aus dem Museum Berlin-Karlshorst und aus der Gedenkstätte Deutscher Widerstand gelang es dem Berlin Busters Social Club, eine Adbusting-Aktion der „Roten Kapelle“ aus dem Jahr 1943 zu rekonstruieren. „Gerade Polizei- und Gerichtsakten sind neben Tageszeitungen eine wichtige Fundgrube für unser Archiv“ freut sich Carolin Überklebdenstuss, Chef-Historiker*in im Berlin Busters Social Club über die Funde.

Kommunikationsguerilla und interaktive Werbevitrinen-Karte
Weitere Kapitel beschäftigen sich mit Kommunikationsguerilla-Aktionen im weiteren Sinne. Eines untersucht die Wirkung von ironischen Fake-Schreiben, ein weiteres betrachtet unautorisierte Umgestaltungen von Denkmälern. „Und für den Fall, dass wer den Schlüssel zu seiner Werbevitrine im Wohnzimmer oder im Vereinsheim verbummelt hat, haben wir anlässlich der Veröffentlichung des neuen Buches mit anderen Kollektiven gemeinsam im Internet eine interaktive Karte erstellt, in der man nachschauen kann, mit welchen im Baumarkt erhältlichen Rohrsteckschlüsseln die Werbevitrinen bei einem zu Hause nochmal aufgehen“ freut sich Boris „Ad“ Buster.

Großes Interesse
Das Debutwerk „Unerhört: Adbustung gegen die Gesamtscheiße“ veröffentlichte der Club 2019 zunächst im Selbstverlag: Ein voller Erfolg. Das Buch stieß auf so viel Interesse, dass der Berlin Busters Social Club 2019 fast 100 Veranstaltungen in Deutschland, Schweiz, Österreich und Frankreich durchführte. 2020 brachte der Unrast-Verlag eine editierte Auflage heraus. 2021 zeigte die Ausstellung „Werbepause-The Art of Subvertising“ im Kunstraum Kreuzberg Exponate aus der Sammlung des Clubs. Zum Entsetzen der CDU förderte der Hauptstadtkulturfonds dies mit 75.000 Euro.
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Verfügbarkeit sofort verfügbar
Verlag DIY Veröffentlichungen
Sprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2023
Erstveröffentlichung 2023
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