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CrimethInc.: The Russian Counterrevolution

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Ne Znam. Zeitschrift für Anarchismusforschung #5

Ne Znam. Zeitschrift für Anarchismusforschung #5

Moderner Sozialbandit oder politischer Aktivist? Eine Untersuchung der Autobiographie Lucio Urtubias.

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01-001-108
Anhand Eric Hobsbawms Konzeption von Sozialbanditen
Broschüre, 66 S.

Einer der besten und spannensten Filme über Anarchist*innen war für mich "Lucio Urtubia: Maurer und Anarchist" (von Aitor Arregi und José Mari Goenaga) beziehungsweise die Autobiographie "Baustelle Revolution" (Assoziation A, 2010). Einerseits löste es in mir Unstimmigkeiten aus, dass eine Einzelperson in aller Bescheidenheit so gehypt wurde. Andererseits beeindruckten mich seine Tätigkeiten und seine trotzige Haltung enorm. Damit prägte er auch Bilder des Anarchismus mit.

Insbesondere stellte sich mir die Frage, inwiefern, "ab welchem Grad" oder mit welchen Motiven illegale Praktiken als sozial-revolutionär anzusehen oder schlicht als „Kriminalität“ zu beschreiben sind. Bekannermaßen stigmatisiert die Staatsmacht und die autoritären politischen Fraktionen sowohl ihre Gegner*innen als auch schlichtweg Arme und Ausgegrenzte oftmals pauschal als "kriminell". Diesem Diskurs soll mit einer Unterscheidung zwischen vermeintlich "guten" und "schlechten" illegalen Praktiken nicht gefolgt werden. Wollte man sie machen, wären staatliche Akteure in letztere ja zu Hauf verstrickt...

Der marxistische Historiker Eric Hobsbawm hätte die Aktivitäten Urtubias dem von ihm untersuchten Phänomen des Sozialbanditentums zugeordnet. Stattdessen wird hier davon ausgegangen, dass es sich bei dieser Charakterisierung ebenfalls um eine Verkennung und Diffamierung eigentlich sozial-revolutionärer Praktiken handelt. In dieser Hausarbeit (!) besprochen wird die Charakterisierung von "Sozialbanditen" durch Hobsbawm und wie sinnvoll mit Autobiographien gearbeitet werden kann, um dann zu diskutieren, wie Urtubia zwischen den Polen eines "modernen Sozialbanditen" und "politischen Aktivisten" schwankt. Der Romantisierung des Phänomens soll damit gerade entgegen gewirkt werden. Seine Klassendimension, sozialstrukturelle, sozial-psychologische und politisch-weltanschauliche Bedingungen sind dabei zu untersuchen.
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Autor*in Jonathan Eibisch
Verlag Black Mosquito
Sprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2018
Erstveröffentlichung 2015
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