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Neue Sachen im September

»Schweineherbst«


»Und wieder setzt du dich hin und fängst an zu beten / dabei müsstest du wissen du solltest schrein / und diese Kleinen Tiere zertreten / doch das geht zu weit ich seh euch winden / und während sie immer mehr Menschen anzünden / bist du noch immer am Reden am Differenzieren / man dürfte seine Werte jetzt nicht verlieren / dieser Wert im Klartext heisst das Weiterleben vom großdeutschen Geist« (Slime, Schweineherbst)

…und wie empört nun alle sind, »das erste mal seit 72 Jahren Nazis / Rechtspopulisten /… in deutschen Parlamenten«, ach ehrlich? Hier eine Liste der ehemaligen NSDAP Mitglieder die schon im Bundestag saßen. Solche Analysen verkennen vollkommen deutsche Kontinuitäten. Der Einzug der AFD in den Bundestag ist nur folgerichtige Konsquenz einer Gesellschaft, die sich konsequent immer weiter Richtung rechtsaußen bewegt. Wer in den letzten Jahren Pegida & co, die zahlreichen rechten Übergriffe, das fallen jeglicher sprachlicher Taboos (nicht nur bei den neuen Rechten) und die Stimmung in den sozialen und den Mainstreammedien mitverfolgt hat, kann nun kaum überrascht sein, dass diese Entwicklung auch Ausdruck bei den Wahlen gefunden hat. 

Was sich politisch nun ändern wird ist unklar. Wie zuletzt am Beispiel Indymedia gesehen1 lassen sich die Regierenden schon länger von rechtsaußen jagen. Wie stark dies nun schlimmer wird bleibt abzuwarten.

Organisation und praxis

Fakt bleibt aber, dass der Backlash nicht in den Parlamenten und nicht mit dem Stimmzettel aufgehalten wird – sondern auf der Straße, im Betrieb, in der Schule, in der Familie, eben überall dort wo Rassist*innen nun den Mut haben ihre Scheisse offen zu verteten. Bei aller Notwendigkeit sich zu organisieren, zu bilden und zu vernetzten muss aber eben besonders auch im Alltag dem etwas entgegen gesetzt werden. Den aufkeimenden Faschismus wird mensch nur gesellschaftlich eingrenzen können – durch konsquente Isolation der Rassist*innen... keine Kneipe für Nazis, keine Diskussion mit ihnen, keine Sorge um ihr Wohlbefinden – nur konsequente Ausgrenzung und dort wo möglich die direkte Einschränkung ihrer Handlungsfähigkeit werden in der Lage sein diese Entwicklungen zu stoppen.

Das dies in vielen Teilen momentan wie ein absolut hoffnungsloses Unterfangen wirkt, ist leider offensichtlich. Die Hoffnung auf Morgenthau oder einen möglichst baldigen Atomkrieg der beiden Irren wird daran aber auch nichts besser machen.

In Desert geht es exakt um diese Hoffnung, beziehungsweise warum auch gerade die Hoffnungslosigkeit eine Haltung ist, die uns Mut und Kraft geben kann. Das der Verlust der Hoffnung uns vielleicht sogar eher befreit – auch wenn die Perspektive dann vielleicht nur bleibt, unsere Freiräume innerhalb dieser Gesellschaft zu verteidigen und womöglich zu vergrößern. So ist das Buch auch gerade eine Leseempfehlung für den Herbst, auch für Leute die vielleicht mit dem grünen anarachistischen Background des Autors nichts anfangen können.

Wir finden es jedenfalls recht erfreulich, dass seit letztem Sonntag viele Bestellungen wie auf diesem Symboldbild ausssehen und haben mal für einige Tage daher die FCK AFD Sticker günstiger gemacht.

Ansonsten haben wir einige schicke neue Sachen, wie neue Fotodrucke mit schönen Bildern vom G20, neue Aufkleber in bester Qualität, die kaum noch zu entfernen sind – und auch mal wieder neue Soli-Shirts für CADUS, die im Irak wirklich wertvolle Arbeit leisten.

Hier gehts zu den neuen Sachen

Lasst euch nicht unterkriegen, eure bm-crew

1 The AfD started a campaign against the platform, pushing inquiries about Indymedia in Federal parliament and trying to force local governments to ban the platform and other forms of radical infrastructure.